Wie werden Kompetenzen gemessen?

 

Um einen Überblick darüber zu erhalten, inwiefern die Bildungsstandards von den einzelnen Schülerinnen und Schülern erreicht werden, entwickelt ein Institut (IQB) für alle Länder Vergleichsarbeiten. Mit deren Aufgaben kann man messbar machen, welcher Grad von Kompetenzen erreicht worden ist. 

Für jede Kompetenz (z. B. Texte erschließen können) werden von den Aufgabenentwicklern unterschiedlich *schwierige* Aufgaben formuliert.

Wenn eine Schülerin/ein Schüler eine dieser Aufgaben korrekt löst, hat sie/er bewiesen, dass sie/er diese Kompetenz beherrscht.

Damit kann man nicht nur zeigen, ob eine Schülerin oder ein Schüler eine Kompetenz beherrscht, sondern auch, wie gut sie oder er diese beherrscht.

Wenn man nun für alle Aufgaben und für alle Schüler/-innen statistisch eine richtig/falsch-Berechnung durchführt, lässt sich die Fähigkeit einer jeden Schülerin/eines jeden Schülers sowie die Schwierigkeit einer jeden Aufgabe auf einer Messlatte darstellen (s.u.).

 

 

Abb.: Punkteskala der Leistungen mit Bezug auf die Bildungsstandards

 

Im Beispiel sehen wir, dass Mario 470 Punkte erreicht, die Aufgabe 2 aber 570 Punkte "schwer" ist. Anne, deren Kompetenz bei genau 570 Punkten liegt, kann diese Aufgabe mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit lösen. Für Mario ist dies weniger wahrscheinlich.

Die unterschiedlichen Grade, mit denen man die Aufgaben beherrschen kann, werden inhaltlich beschrieben. Sie werden Kompetenzstufen genannt und sind durch die KMK festgelegt worden.

Anne läge somit auf der Stufe *Regelstandard plus* (siehe Abbildung unten), also über dem Durchschnitt des Regelstandards, Marco auf dem *Mindeststandard*, also unter dem Durchschnitt. 

Die fünf Standard-Stufen werden mit der Fähigkeit einer Schülerin bzw. eines Schülers und mit der Schwierigkeit einer Aufgabe in Zusammenhang gebracht  (s. u.)

 

 

Abb.: Bildungsstandard-Werte im Fach Deutsch Leseverstehen am Beispiel VERA 8 2011